Gruppeninterviews

Die Grundlage des Forschungsprojektes bildeten nach der Eingrenzung der Forschungsfrage insgesamt 27 leitfadengestützte Gruppeninterviews mit Berliner und Brandenburger Schülerinnen und Schülern mit einem Altersschwerpunkt von 16 bis 19 Jahren. Bei der Auswahl der Schulen wurde darauf geachtet, ein möglichst breites Spektrum an Schulformen, Bildungsgraden und geografischer Verteilung abzudecken.

Die Gespräche dauerten 45 bis 90 Minuten und wurden direkt in den Räumlichkeiten der Schulen durchgeführt. Die Gruppen wurden, wo es möglich war, nach Geschlechtern getrennt und von einem Interviewer des gleichen Geschlechts befragt. Lehrer/innen waren nur in begründeten Ausnahmefällen anwesend. Alle Beteiligten wurden vor Beginn der Befragung darüber informiert, dass eine Tonaufzeichnung des Gesprächs zu Auswertungszwecken erfolgte. Die Struktur der Gespräche orientierte sich an einem zuvor festgelegten Leitfaden (siehe Anhang) mit den Schwerpunkten:

  • politische Interessenschwerpunkte
  • Schwächen und Stärken politischer Kommunikation
  • Einstellungen und Empfindungen

Wo immer es angebracht erschien, wurde jedoch ein Abweichen vom Leitfaden zugunsten einer freien Diskussion zugelassen.

Dem eher fragenorientierten Teil folgte ein kleines Rollenspiel, bei dem die Gruppe in „Wähler/innen“ und „Politiker/innen“ aufgeteilt wurde. Die Gruppe wählte gemeinsam ein Thema aus (Arbeit, Bildung, Integration, Ökologie), das dann von den Politiker/innen in eigenen Worten vorgestellt wurde. Dies diente abermals als Grundlage für eine kleine Diskussion.

Diese Interviews analysierte und interpretierte die Forschungsgruppe mittels der speziell für diese Analyseform vorgesehenen Software atlas.ti. So konnten trotz der großen Datenmenge von 658 Seiten verschriftlichtem Interviewtext übergreifende Sinnstrukturen und generierte Sprachcodes erfasst werden. Dabei wurden die Interviews zunächst anonymisiert. Zum anderen wurden die einzelnen Sätze mit Codes versehen, die später wieder zu Kategorien zusammengefügt wurden. Ein Rückschluss auf die oder den Urheber/in der Aussagen lässt sich somit nicht mehr herstellen.