Quantitative Daten im Detail

Auf den folgenden Seiten werden Zusammenhänge zwischen Aussagen dargestellt. Das funktioniert nach dem Muster: „X % der Personen, die folgender Ansicht sind, teilen auch diese Meinung“. Diese Zusammenhänge werden im Folgenden Aussagekombination genannt. Sie werden durch bereits aus der Einleitung bekannte Einzelaussagen nach dem Muster „X Personen stimmen folgender Aussage zu“ ergänzt, wenn dies sinnvoll erscheint.

In unserer Befragung haben wir hauptsächlich Fragen gestellt, die fünf Antwortoptionen enthielten. Die Befragten konnten also auf einer fünfstufigen Skala ihren Grad der Zustimmung oder Ablehnung ausdrücken. Zur Darstellung der Ergebnisse haben wir verschiedene Optionen gewählt. Sofern es von Interesse war, wie viele Befragte eine vergleichsweise hohe oder niedrige Antwortausprägung haben, wurden sogenannte Top-2-Boxes oder Mediansplits ausgewertet.

Mithilfe von Top-2-Boxes fasst man die Personen zusammen, die auf der fünfstufigen Skala die beiden höchsten Antwortoptionen ausgewählt haben. Analog kann man mit Bottom-2-Boxes die beiden niedrigsten Antwortoptionen zusammenfassen. Es wird also fest vorgegeben, was eine hohe bzw. niedrige Antwort ist. Mit Top-2-Boxes (Bottom-2-Boxes) kann man also aussagen, wie viele Personen die beiden höchsten (niedrigsten) Zustimmungswerte angekreuzt haben.

Des Weiteren wurde mithilfe von Mediansplits eine künstliche Einteilung in eine Gruppe mit relativ hoher und eine Gruppe mit relativ niedriger Antwortausprägung vorgenommen. Welcher Skalenwert für die Gruppeneinteilung verwendet wird, ist im Gegensatz zu den Top-2-Boxes/ Bottom-2-Boxes nicht fix, sondern wird durch den jeweiligen Median (Zentralwert) einer Frage bestimmt.

Um Antwortbzw. Aussagenkombinationen (künftig Aussagenkombinationen genannt) zwischen zwei Fragen bzw. Aussagen zu beleuchten, haben wir diese mithilfe von Kreuztabellen gegenübergestellt. Damit können Ergebnisse dargestellt werden, die Rückschlüsse auf die (biva-riaten) Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fragen bzw. Aussagen zulassen. Dabei haben wir oftmals auf die Top-2-Boxes und Mediansplits zurückgegriffen, d. h. Fragen gegenübergestellt, die durch Top-2-Boxes oder Mediansplits umkodiert wurden.

Aus zwei Gründen können bei kombinierten Aussagen nicht alle Themen berücksichtigt werden:

  • Alle kombinierten Aussagen darzustellen, würde den Rahmen der Publikation sprengen.
  • Noch entscheidender ist, dass das Auswertungsprogramm von vornherein aufzeigt, wo sich aus allen miteinander kombinierten Aussagen überhaupt nutzbare ergeben. Das bedeutet: Dies allein sind Aussagen, bei denen der Zusammenhang als ausreichend groß gilt. Alle anderen Kombinationen von Aussagen würden also keine stichhaltige neue Aussage ergeben.

Diese automatisch vorgegebene Auswahl von Aussagenkombinationen wird nun in der gleichen Reihenfolge wie im Kapitel „Schritt 1: Gruppeninterviews“ nach den Themen des theoretischen Modells (Bedingungen, Sprache der Medien, Politiker/innen usw.) geordnet. Hierbei ergaben sich für den Bereich „Sprache in politischen Entscheidungsstrukturen“ keine signifikanten Aussagenkombinationen. Stattdessen wird hier eine Reihe interessanter Einzelaussagen vorgestellt.

Auf das Thema „Auswirkungen“ wird an den Stellen, wo es inhaltlich passt, im Rahmen der zuvor genannten Themen eingegangen. Hierzu gibt es nur einzelne Aussagen, denn es erschien uns bei der Erstellung des Onlinefragebogens wichtiger, uns auf die Bereiche zu konzentrieren, wo konkret gehandelt werden kann: den politischen und den persönlichen Einflussbereich.

Da die Fragen im Fragebogen sich also bewusst auf die Bereiche Bedingungen und Sprache beschränken, gibt es wenig zahlenbasierte Aussagen zu den im Abschnitt „Welche Auswirkungen der politischen Sprache werden von den Jugendlichen benannt?“ dargestellten Effekten. Einzelne Aspekte wie „Grad des eigenen politischen Engagements“ oder „Diskussion mit Familie und Freunden“ werden in den jeweils folgenden thematisch passenden Abschnitten benannt.