Sprache der Parteien

Die Sprache der Parteien zeichnet sich aus Sicht der Jugendlichen vor allem dadurch aus, dass sie gewissermaßen nur eine, nämlich die intern in der Partei gängige, zulässt. Die Befragten sind der Ansicht, dass dies innerhalb und außerhalb der Partei den Austausch erschwere. Parteien werden daher als unattraktiv für ein eigenes Engagement empfunden.

Parteidisziplin als unsichtbarer Maulkorb erschwert den inhaltlichen Austausch

„Das Problem ist, dass die Politiker nicht einfach was sagen können, weil sie dann sofort von ihrer Partei ausgeschlossen werden oder völlig in einen Skandal kommen. Sie sind so was wie Prominente und die haben halt nicht die Chance, einfach rauszugehen und sagen: ‚Finde ich scheiße.‘ Dürfen sie nicht, sie sagen immer ‚Kein Kommentar‘.“ (Gymnasium)

„Ich habe bisher ganz wenige Politiker gesehen, wo einer bereit war, mal wirklich auf das Thema und auf die Fragen einzugehen, ohne so krass auf dem ganzen Parteihintergrund herumzureiten. Klar sind das ja Abgeordnete oder Teile einer Partei, aber deswegen müssen sie ja nicht grundsätzlich in der Wir-Form von uns allen und der ganzen Partei und ganz Deutschland sprechen. Sie sind Mitglied der Partei, sie haben die und die Position, dann darf man doch auch ‚ich‘ sagen. Ich muss doch nicht immer mein ganzes Parteibuch runterbeten. Da kommt auch kein Gespräch zustande.“ (Oberstufenzentrum)

Parteiräson lädt nicht zum Mitmachen ein

Schüler: „Du kannst ja der Partei beitreten.“ Schüler: „Bis ich da wirklich richtig Mitspracherecht habe, muss ich da ja erst lange aktiv sein.“ (Oberschule)

„Wenn ich Politiker aus Überzeugung werden würde, hätte ich Angst, dass man dann in diesen Parteizwang gerät und mitziehen muss und gegen seine eigentliche Überzeugung was macht.“ (Gymnasium)