Tobias Weißenfels

Interview

Was hat dich ursprünglich motiviert, bei diesem Projekt mitzumachen?

Ich interessiere mich sehr für Politik, hatte mit politischen Projekten jedoch bisher keine Berührung. Und neue Wege schlagen wir doch alle gern ein! Und dass das Projekt sehr viel Potential hat, war mir schon nach den ersten Meetings schnell bewusst.

Erinnerst du dich an dein erstes oder wichtigstes bewusstes politisches Erlebnis? Wie war das?

Der Mauerfall. Wie ich mich mit meinen fünf Jahren dabei gefühlt habe, weiß ich aber nicht mehr.

Was hat sich in deinen Einstellungen im Verlauf der Studie in Bezug auf Sprache, Politik bzw. Jugendliche geändert und warum?

Ich bin in Berlin aufgewachsen und zur Schule gegangen und weiß, dass das nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Wie kritisch und vor allem skeptisch viele Jugendliche jedoch dem Staat bzw. der Politik gegenüberstehen, war etwas erschreckend, aber auch aufschlussreich. Bei einem Interview in Spandau sagten mir einige Hauptschüler, wie cool sie es finden, dass wir mit ihnen reden, denn die Politiker/innen reden immer nur schlecht über die Jugend, aber sie würden niemals auf die Straße gehen und mit ihnen reden. Da wurde mir bewusst, dass die meisten Jugendlichen eigentlich schon an politischer Teilhabe interessiert sind, aber scheinbar keinen Zugang finden.

Was wünschst du dir als Effekt dieser Studie?

Siehe eine Antwort höher. Ich hoffe, wir können daran etwas ändern. Die Politik sollte es nicht zulassen, dass eine Generation groß wird, die derart skeptisch dem politischen Prozess gegenübersteht und dies auch weitergibt. Damit entzieht sie sich selbst den Nährboden und das ist gefährlich für die Demokratie. Und, liebe Politiker/innen, die diese Studie gelesen haben, legen Sie diese nicht gleich wieder weg, kleben Sie sich einen Teil an den Kühlschrank und verändern Sie etwas! Machen, nicht reden!