Michael Graffius

Interview

Was hat dich ursprünglich motiviert, bei diesem Projekt mitzumachen?

Politik war immer ein Thema von größter Wichtigkeit für mich. Daher wollte ich mich näher damit beschäftigen. In meinem bisherigen Lebensweg habe ich politische Bildung immer nur in Ansätzen mitgenommen und nur bedingt einen tieferen Einblick in die Mechaniken der politischen Jugendkommunikation bekommen. Als das Angebot kam, bei dieser Studie mitzuwirken, war mein Interesse daher von Anfang an groß.

Erinnerst du dich an dein erstes oder wichtigstes bewusstes politisches Erlebnis? Wie war das?

Ich erinnere mich noch relativ deutlich an die Zeit als Jörg Haider mit der FPÖ in Österreich zum ersten Mal regierungsfähig wurde und ein Aufschrei durch das Land ging. Gerade Jugendliche waren für die Thesen und das politische Auftreten der FPÖ besonders zugänglich. Dies hat mich immer gewundert und besonders interessiert, woher dies kam.

Was hat sich in deinen Einstellungen im Verlauf der Studie in Bezug auf Sprache, Politik bzw. Jugendliche geändert und warum?

Ich glaube, mein Zugang zur politischen Sprache hat sich sehr geändert, gerade in Bezug auf Wahrnehmung von Sprache achte ich jetzt mitunter viel mehr auf Details und überlege oftmals, wieso diese Formulierungen so gewählt wurden. Für mich hat sich ebenfalls der politische Sprachgebrauch etwas entschlüsselt.

Was wünschst du dir als Effekt dieser Studie?

Ich wünsche mir mit dieser Studie, ein kleines Rädchen in Bewegung zu bringen. Vielleicht entwickeln sich neue Kommunikationskanäle zwischen Politiker/innen und Jugendlichen. Vielleicht liest aber auch jemand diese Studie und denkt sich, jetzt verstehe ich Jugendliche etwas besser.