Frank Krüger

Interview

Was hat dich ursprünglich motiviert, bei diesem Projekt mitzumachen?

Ich wollte wissen, ob bei den jungen Menschen wirklich „Hopfen und Malz verloren sind“, wie immer vorschnell behauptet wird. Zudem reizte mich die Möglichkeit, parallel zum Studium an einem wissenschaftlichen Projekt mitzuarbeiten und dabei auch noch unkonventionelle Methoden kennenzulernen.

Erinnerst du dich an dein erstes oder wichtigstes bewusstes politisches Erlebnis? Wie war das?

Das war natürlich der Fall der Mauer und das damit zusammenhängende Ende der DDR. Trotz meines geringen Alters habe ich diese Zeit intensiv erlebt, auch wenn ich natürlich im Detail noch gar nicht wirklich verstanden habe, warum meine Eltern beispielsweise an den großen Demonstrationen teilgenommen haben. Wenn heute Konflikte in der Welt sind, bei denen sich Menschen nicht mehr von ihren Regierungen dominieren lassen wollen, kann ich das gut nachvollziehen, da ich nun die Parallelen erkenne.

Was hat sich in deinen Einstellungen im Verlauf der Studie in Bezug auf Sprache, Politik bzw. Jugendliche geändert und warum?

Die Erkenntnis, dass oft die Politiker selbst der Auslöser für die kolportierte Politikverdrossenheit der Jugend sind. Alt und Jung sprechen nun mal verschiedene Sprachen, aber die Verantwortlichen scheinen sich gar nicht bewusst zu sein, wie wichtig das Finden einer gemeinsamen Sprache für das demokratische Grundverständnis zu sein scheint.

Was wünschst du dir als Effekt dieser Studie?

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere Politiker sich einige Aspekte zu Herzen nimmt und junge Menschen als verantwortungsbewusste Wähler ernst nimmt und bewusst auf sie zugeht.